E-Rechnung mit Ihrem ERP: XRechnung und ZUGFeRD aus jedem System
Für Betriebe, die ihre Rechnungen seit Jahren aus einem ERP, einer Warenwirtschaft oder einer Branchensoftware schreiben, oft auf einem Server im eigenen Haus. Die Seiten dieses Bereichs zeigen je System, was es heute selbst kann und welcher Weg zur gültigen E-Rechnung realistisch ist. Ohne das System zu wechseln. Eine E-Rechnung gibt es in zwei Formen: als XRechnung (reine XML-Datei, das Pflichtformat für Behörden) oder als ZUGFeRD (ein normales PDF mit denselben Rechnungsdaten als eingebettetem XML). Beide folgen der europäischen Norm EN 16931, die festlegt, welche Angaben eine E-Rechnung enthalten muss.
Kurz gesagt: Es gibt drei Wege. A: Sie drucken Ihre Rechnung wie bisher als PDF, ein Programm ergänzt im Hintergrund die vorgeschriebenen Rechnungsdaten (Aufwand: Tage). B: Ihr ERP liefert nur die reinen Rechnungsdaten (Zahlen, Namen, Beträge), unser Server baut daraus sowohl die vorgeschriebene Datei als auch eine lesbare Ansicht (Tage bis Wochen). C: Ihr ERP ruft unseren Dienst direkt beim Abspeichern jeder Rechnung selbst auf, ohne Umweg (Wochen). einfache-rechnungen.de hat keine fertigen Anschlüsse für einzelne Systeme. Es gibt eine API (Schnittstelle, über die Programme Daten austauschen), die Ihre IT selbst nutzen kann, und die Anbindung als Dienstleistung durch Coreventa.
So entscheiden Sie in fünf Minuten
Beantworten Sie fünf Fragen zu Ihrem System. Aus den Antworten ergibt sich der Weg.
- Kann Ihr System die Rechnung als PDF drucken oder speichern? Das kann fast jedes System. Dann ist Weg A möglich, sofern Sie zusätzlich an die Rechnungsdaten kommen (Frage 2).
- Kann es Kopf- und Positionsdaten exportieren? Gemeint sind CSV- oder XML-Exporte, ein Report-Generator oder Lesezugriff auf eine Datenbank-View. Mit PDF und Export ist Weg A der schnellste Weg. Ohne brauchbares PDF, aber mit Export, passt Weg B.
- Kann es Skripte ausführen oder externe Dienste aufrufen? Makros, Plugins (Zusatzprogramme), Webhooks (automatische Meldungen an andere Programme) oder eine eigene REST-Schnittstelle erlauben Weg C: Die Rechnung wird beim Buchen erzeugt und direkt zurück ins Archiv gelegt. Diese Frage beantwortet Ihnen Ihre IT oder Ihr Systemhaus in einem Satz.
- Hat Ihr System schon ein E-Rechnungsmodul? Dann nutzen Sie es für den Versand. Klären Sie mit dem Hersteller, ob es in Ihrer Version enthalten ist oder extra lizenziert wird.
- Was fehlt dem Modul? Typische Lücken: keine unabhängige Prüfung vor dem Versand, kein Empfang und keine Prüfung fremder E-Rechnungen, fehlende Rechnungsarten wie Abschlags- oder Korrekturrechnung, nur ein Format statt XRechnung und ZUGFeRD. Genau für diese Lücken reicht die API als Ergänzung.
Die gesetzlichen Fristen, ab wann Sie ausstellen müssen, stehen im Ratgeber E-Rechnungspflicht und Fristen.
Branchen und Systeme
Jede Branche bringt eigene Rechnungsarten, Steuerfälle und Mengeneinheiten mit. Die Branchenseiten erklären diese Besonderheiten, die Systemseiten den konkreten Weg aus dem jeweiligen Programm.
Metallverarbeitung, Maschinenbau & Lohnfertigung
Abgerechnet wird nach Gewicht, Länge oder Stück, oft mit Material- und Lohnanteil in einer Rechnung. Größere Aufträge im Maschinenbau laufen über Anzahlungs- und Schlussrechnungen, die in der E-Rechnung als eigene Rechnungsart mit Vorauszahlung abgebildet werden.
- E-Rechnung mit TaxMetall
- E-Rechnung mit PMS 5 (RKS-Soft)
- E-Rechnung mit Ulysses ERP
- E-Rechnung mit FEPA
Großhandel & Versandhandel
Rechnungen mit vielen Positionen, gemischten Einheiten und der Bestellnummer des Kunden sind der Normalfall. Dazu kommen Gutschriften für Retouren und Lieferungen ins EU-Ausland mit eigener Steuerkategorie.
Handwerk & Bau
Abschlags- und Schlussrechnungen, Bauleistungen mit Steuerschuldumkehr nach § 13b UStG und öffentliche Auftraggeber mit Leitweg-ID prägen den Alltag. Ein Sicherheitseinbehalt hat in der E-Rechnung kein eigenes Feld und muss individuell geklärt werden.
- E-Rechnung mit KWP bnWin.net
- E-Rechnung mit Sander & Doll
- E-Rechnung mit M-SOFT
- E-Rechnung mit Powerbird
Autohaus & Kfz-Werkstatt
Werkstattrechnungen mischen Arbeitszeit, Teile und Pauschalen, Fahrzeugdaten stehen als Freitext auf der Rechnung. Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG beim Gebrauchtwagen hat in EN 16931 keine eigene Kategorie und gehört deshalb in eine individuelle Klärung.
Spedition & Logistik
Typisch sind Sammelrechnungen über einen Leistungszeitraum, Einheiten wie Kilometer oder Tonne und grenzüberschreitende Transporte mit abweichender Steuerbehandlung. Die Sendungs- oder Auftragsreferenz des Kunden sollte auf der Rechnung so ankommen, dass er sie automatisch zuordnen kann.
Agenturen & Dienstleister
Abgerechnet werden Stunden, Tagessätze und Pauschalen, häufig für einen Leistungszeitraum und mit weiterberechneten Fremdkosten. Bei Projekten mit Abschlägen gelten dieselben Regeln für Anzahlungs- und Schlussrechnungen wie im Bau.
Was jeder Weg technisch bedeutet
Dieser Abschnitt richtet sich vor allem an Ihre IT oder Ihr Systemhaus. Für die Entscheidung reichen die fünf Fragen oben.
Weg A: das vorhandene PDF anreichern
Ihr ERP druckt die Rechnung wie gewohnt als PDF. Ein kleines Skript oder die
Anbindung durch Coreventa schickt dieses PDF zusammen mit den Rechnungsdaten an
POST /v1/invoices/generate. Die API wandelt das PDF nach PDF/A-3u (Archivformat
für PDF, das eingebettete Dateien erlaubt), erzeugt aus den
Daten die XRechnung-XML, bettet sie ein und prüft das Ergebnis. Zurück kommt ein ZUGFeRD-PDF,
das aussieht wie Ihre bisherige Rechnung.
Das Beispiel in Alltagssprache: Vorher druckt Ihr ERP eine gewohnte PDF-Rechnung über 250 kg Flachstahl mit 1.249,50 € brutto. Nachher kommt dieselbe Rechnung als ZUGFeRD-PDF zurück, sieht aus wie bisher und enthält die geprüften Rechnungsdaten, die Ihr Skript als JSON (ein Textformat für Daten) mitgeschickt hat.
Der folgende Kasten ist für Ihre IT oder Ihr Systemhaus gedacht. Als Inhaber reicht es zu wissen: So sieht ein Beispiel aus, das die Prüfung besteht.
Technisches Beispiel anzeigen (JSON, für Ihre IT)
# PDF aus dem ERP plus Rechnungsdaten in einem Aufruf: curl -X POST https://api.einfache-rechnungen.de/v1/invoices/generate \ -H "X-API-Key: erk_ihr_key" \ -H "Content-Type: application/json" \ -d @rechnung.json
{
"invoice": {
"invoice_number": "RE-2026-4711",
"issue_date": "2026-09-25",
"delivery_date": "2026-09-22",
"due_date": "2026-10-09",
"currency": "EUR",
"buyer_reference": "K-10442",
"seller": { … Name, Adresse, USt-ID, Kontakt … },
"buyer": { … Name, Adresse, E-Rechnungs-Adresse … },
"payment_means": { "code": "58", "iban": "DE89370400440532013000" },
"lines": [
{ "line_id": "1", "name": "Flachstahl S235, gesägt", "quantity": "250",
"unit_code": "KGM", "unit_price_net": "4.20", "line_net_amount": "1050.00",
"tax_category": "S", "tax_rate": "19" }
],
"tax_breakdown": [
{ "category": "S", "rate": "19", "taxable_amount": "1050.00", "tax_amount": "199.50" }
],
"totals": { "line_net_amount": "1050.00", "net_amount": "1050.00", "tax_amount": "199.50",
"gross_amount": "1249.50", "payable_amount": "1249.50" }
},
"invoice_pdf_base64": "JVBERi0xLjQK…",
"options": { "profile": "XRECHNUNG", "syntax": "CII", "allow_unverified_visual": true }
}
Die Antwort meldet visual_source: "client_supplied" und
base_pdf_converted: true. Lässt sich ein PDF nicht nach PDF/A wandeln, rastert
die Option rasterize_on_failure es auf Wunsch mit 300 dpi, dann ohne
Textebene.
Wichtig: In diesem Weg prüft die API nicht, ob das sichtbare PDF mit der eingebetteten XML übereinstimmt. Beide müssen aus demselben Rechnungsdatensatz stammen; dafür sorgt Ihr Skript oder die Anbindung.
Was passiert, wenn beide doch einmal voneinander abweichen? Bei einem ZUGFeRD-PDF zählt die eingebettete XML als Rechnung, nicht das sichtbare Bild. Die Buchhaltung Ihres Kunden übernimmt also die Werte aus der XML, während auf dem PDF etwas anderes steht. Das führt in der Praxis zu Rückfragen, Korrekturrechnungen und späteren Zahlungen. Deshalb sollten PDF und Daten immer aus demselben Datensatz im ERP kommen. Nach jeder Änderung an der Druckvorlage lohnt eine Stichprobe im kostenlosen Viewer: Er zeigt die eingebettete XML lesbar an, so vergleichen Sie beide mit einem Blick.
Weg B: Export nach JSON
Ihr ERP exportiert die Rechnungsdaten, ein Mapping baut daraus das JSON, der Server rendert das Sicht-PDF selbst aus derselben XML. PDF und XML stimmen dann garantiert überein, das Layout wird allerdings technisch-neutral. Zwei Stellen kosten in fast jedem Projekt Zeit:
- Mengeneinheiten: Die E-Rechnung verlangt Codes nach UN/ECE Recommendation
20/21, geprüft gegen die Codeliste der KoSIT. ERP-eigene Kürzel müssen übersetzt werden, etwa
„Stk" zu
C62, „Std" zuHUR, „psch" zuLS, „lfm" zuMTR. Ein unbekannter Code führt zu HTTP 422; die Fehlerantwort nennt den Feldpfad der betroffenen Position und den abgelehnten Wert. - Summen: Vor der Erzeugung rechnet die API nach. Jede Position muss Menge
mal Preis ergeben, gerundet auf zwei Nachkommastellen, und alle Summen müssen exakt stimmen.
Weicht ein Betrag ab, kommt HTTP 422 mit dem gelieferten und dem berechneten Wert. Häufige
Ursachen sind Preise pro 100 Stück oder Rabatte, die im ERP in den Positionsbetrag
eingerechnet sind. Rabatte gehören als Positionsabschlag (
line_allowances) ins JSON, statt Beträge passend zu machen.
Weg C: direkte API-Integration
Bietet Ihr System Skripting, Plugins, Webhooks oder eine eigene REST-Schnittstelle, ruft es die API beim Buchen oder Drucken der Rechnung selbst auf. XML und PDF werden anschließend ins Dokumentenarchiv des Systems zurückgeschrieben und dem Beleg zugeordnet. Das ist der sauberste Ablauf, braucht aber Entwicklungszeit im System und Tests mit allen Rechnungsarten, die Sie verwenden.
Ihr System ist nicht dabei?
Die Liste oben ist kein Katalog fertiger Schnittstellen, sondern eine Auswahl verbreiteter Systeme, zu denen wir die öffentlichen Herstellerangaben ausgewertet haben. Für eine Anbindung brauchen wir von Ihrem System nur zwei Dinge: die Rechnung als PDF und einen Export der Kopf- und Positionsdaten. Das reicht für Weg A, unabhängig vom Hersteller.
Wie die Anbindung durch Coreventa abläuft, steht unter ERP- und CRM-Anbindung. Schreiben Sie an matthis@coreventa.de oder buchen Sie direkt einen Termin. Hilfreich für das erste Gespräch: Name und Version Ihres Systems, eine Beispielrechnung als PDF und, falls vorhanden, eine Exportdatei.
Häufige Fragen
Muss ich für die E-Rechnung mein ERP wechseln?
Bleibt mein Rechnungslayout erhalten?
Was ist, wenn mein ERP schon ZUGFeRD kann?
Wie prüfe ich eingehende E-Rechnungen?
Was kostet die E-Rechnung aus dem ERP?
Wer haftet, wenn die E-Rechnung inhaltlich falsch ist?
Genannte Produktnamen sind Marken ihrer jeweiligen Hersteller. einfache-rechnungen.de ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern der genannten Systeme.
Kosten: Die Prüfung und Erzeugung kostet 0 € für 10 Rechnungen im Monat, danach ab 7,99 € netto. Eine Anbindung durch Coreventa ist ein Festpreisprojekt; den Rahmen klären wir im kostenlosen Erstgespräch. Ihre Rechnungs- und Kundendaten bleiben dabei auf deutschen Servern (Hetzner).
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